Schiller HRV

Herzfrequenz-Variabilität.

Bei gesunden Menschen reagiert das Herz sensibel und ununterbrochen auf äußere und innere Signale. Bei Angst etwa schlägt es schneller, im Schlaf langsamer. Diese fein abgestimmten Veränderungen («Variationen») der Herzschlagfolge nennt man «Herzfrequenzvariabilität» (engl. Heart Rate Variability, HRV).

Die HRV beschreibt also die Fähigkeit des Herzens, den zeitlichen Abstand von einem Herzschlag zum nächsten belastungsabhängig zu verändern und sich so flexibel und rasant ständig wechselnden Herausforderungen anzupassen. Maßgeblich für diese Variation verantwortlich ist das autonome Nervensystem. Dieses besteht aus zwei gleichberechtigten Bereichen: dem aktivierenden Sympathikus und dem beruhigenden, erholsamen Parasympathikus.

Das kontrollierende Netzwerk antwortet permanent auf interne und externe Trigger wie Aktivität, Stress, Erholung oder Schlaf. Verschiedene Faktoren beeinflussen die HRV. Ältere Menschen oder Menschen mit inaktivem Lebensstil haben eine niedrigere HRV, junge, gesunde Menschen oder Sportler haben eine hohe HRV.

Autonomes Nervensystem

Da die Herzfrequenz vom autonomen Nervensystem kontrolliert wird, ist es möglich mit Hilfe eine Analyse der Herzfrequenz den Zustand des autonomen Nervensystems zu bestimmen.

  • Niedrige Frequenzen sind eng ans sympathische Nervensystem gekoppelt. Physische Aktivität und Temperaturregelung bilden sich in diesem Frequenzband ab.
  • Schwingungen im Bereich um 0,1 Hz (Perioden um 10 Sekunden) sind hauptsächlich von der Blutdruckregelung verursacht (Barorezeptor-Kreis oder Barorezeptor-Reflex).
  • Die hohen Frequenzen um etwa 0,25 Hz werden dem parasympathischen Nervensystem zugeordnet. Ein hoher Vagus-Tonus zeigt einen entspannten oder erholten Zustand an (z.B. Tiefschlaf).

Die Messung

Über eine Analyse der Herzfrequenz, dem Spektrogramm, wird der Zustand des autonomen Nervensystems bestimmt.

Dafür werden in einer EKG-Messung die Abstände zwischen jeweils zwei aufeinanderfolgenden Herzschlägen im normalen Rhythmus bestimmt, dem RR-Abstand der EKG-Zacken. (Auch als NN-Abstand „normal to normal“ bezeichnet, um eine Verwechselung mit der Blutdruckmessung nach Riva-Rocci zu vermeiden). Bei genauer Betrachtung zeigt sich, dass die Abstände ständig variieren und einmal grösser, einmal kleiner sind. Diese Änderungen der Herzfrequenz (Variabilität) werden vom autonomen Nervensystem gesteuert.

Die Herzfrequenzvariabilität liegt im Bereich weniger tausendstel Sekunden. Dementsprechend schnell muss das zugrunde liegende EKG
abgetastet und ausgemessen werden. Um eine qualitativ hochwertige HRV-Analyse zu erzielen, wird eine minimale Abtastrate des EKG von
1000mal pro Sekunde benötigt.

Der Schiller medilog® AR4 und der Schiller medilog® AR12 Rekorder tasten das EKG 4.096 Mal pro Sekunde ab, der neue Schiller medilog® AR12 plus sogar 8.000 Mal pro Sekunde!

In einem Herzratentrend über 24 Stunden sind diese kurzzeitigen Veränderungen nicht sichtbar – wohl aber längere Rhythmen, zu denen der Tag/Nachtrhythmus zählen.

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Schiller HRV

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